Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen
Kein Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen
Kein Dialog zwischen den Religionen ohne globale ethische Maßstäbe
Kein Überleben unseres Globus ohne ein globales Ethos
(Hans Küng)
Interreligiöse Begegnung Es gibt in Deutschland eine Vielzahl von Begegnungen zwischen Christen und Juden, Christen und Muslimen, wenige Begegnungen zwischen Gläubigen der anderen großen Religionsgemeinschaften. In Speyer ist es gelungen, seit 2001 in einem interreligiösen Friedenskreis Gläubige aus den sechs großen Weltreligionen zusammenzuführen und zur Mitarbeit zu bewegen. Die Mitglieder des "Interreligiösen Friedenskreises Speyer" treffen sich einmal im Monat zu einem Gesprächskreis. Aus dem Austausch der Religionen ergibt sich eine Fülle an Gemeinsamkeiten, aber auch eine Reihe von Unterschieden, die aus Geschichte und Kultur erwachsen sind. Dies zu erkennen und zu verstehen, fördert gegenseitige Achtung und Toleranz. Der Interreligiöse Friedenskreis Speyer will auch seine Arbeit in die Öffentlichkeit hineintragen. Am 20.1.2002 fand die erste öffentliche Veranstaltung statt. Danach folgten in jedem Jahr zwei öffentliche, interreligiöse Friedensgebete, zu denen alle Speyerer Bürger eingeladen waren.
Religionen und Dialog
Der "Interreligiöse Friedenskreis Speyer" hat sich nach den Terror-Anschlägen vom 11.9.2001 in New York zur Aufgabe gemacht, zwischen Angehörigen verschiedener Religionen einen Dialog zur Toleranz und Verständigung zu führen. 20 Männer und Frauen, die dem Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum, Islam und Bahá'i angehören, schlossen sich zu einem "Interreligiösen Friedenskreis", zusammen.
Die Stimmen in der Welt für eine Solidargemeinschaft werden immer eindringlicher. Ohne einen Weltfrieden gibt es kein Überleben der Menschheit. Weltfrieden setzt eine Bekämpfung der Armut, eine gerechte Verteilung der Güter voraus (5 % der Weltbevölkerung verbrauchen 30 % der Ressourcen) und eine Beachtung bestehender Gebote und Richtlinien in den Lehren der Religionen. Bei Berücksichtigung aller Unterschiede haben die Weltreligionen gemeinsame fundamentale Werte und Ziele wie Frieden, Gerechtigkeit, Eintreten für Menschenrechte und Erhalt der Erde. Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft gehören zu den Grundwerten der Religionen.
Religionen haben daher ein großes Potential zur Überwindung von Hass und Gewalt in unserer Welt. Sie können beim Abbau von Feindbildern mitwirken und brüderliche Liebe und Verständigung fördern. Die Religionen können Brücken zum Frieden sein, Es liegt alleine an uns, ob wir aus den vielen Steinen, die wir einander in den Weg legen, Mauern oder Brücken bauen.
Der Gedanke göttlichen "Auserwähltseins" bildet immer noch einen tiefen Graben zwischen den Religionen. Als Basis für einen friedensstiftenden Dialog muss anerkannt werden, dass auch andere Religionsgemeinschaften an einer göttlichen Offenbarung - als Selbstmitteilung Gottes - teilhaben. Glaubensvorstellungen müssen "interkulturell" und "interreligiös" verstanden werden.
Um die Aufgabe der Religionen Frieden zu stiften, erfüllen zu können, bedarf es der Aufklärung und Dialogbereitschaft. Der "Interreligiöse Friedenskreis" will diese Dialogbereitschaft in Speyer fördern.
Religiöse Dialoge können zur Erkenntnis von Gemeinsamkeiten führen. Sie bilden Vertrauen und Wertschätzung zwischen den Menschen anderer Religionen und die Bereitschaft zu besserem Verstehen. |